Umtopfen

Das Umtopfen ist ein sehr wichtiger Prozess, bei dem inaktive ältere Wurzelteile entfernt werden, um die Wuchskraft der Wurzeln zu erhalten und zu intensivieren. Als Folge davon bilden sich dicht um den Stamm herum neue Saugwurzeln, die den Bonsai befähigen, sich in einem durch die Schale begrenzten Wurzelraum kräftig zu entwickeln. Gutes Wurzelwachstum bedeutet neue Knospenbildung und somit ein dichteres Blattwerk.

 

 

Zeitpunkt :

1. Wenn das Erdreich in der Schale komplett mit Wurzeln durchsetzt ist und diese an den Schalenrand zu kreisen beginnen.
2. Mangelerscheinungen auftreten.
3. Bei Wurzelfaulniss.
4. Durch eine besser passende Schale die allgemeine Harmonie zu optimieren.

 
Die beste Zeit umzutopfen ist für Laubbäume von März bis Ende April.

Von September bis Oktober können Nadelgehölze umgetopft werden.

Sogenannte Zimmerbonsais können anfangs Frühjahr vor der Hauptwachstumszeit in eine neue Schale plaziert werden. Aber auch zu anderen Jahreszeiten lassen sich die meisten tropischen Bonsais umpflanzen.

 
Ein junger Bonsai mit einem Alter von etwa drei bis zehn Jahren, wird alle ein bis drei Jahre umgetopft.
 

In der Regel werden junge oder im Aufbau befindliche Bäume in ein- bis zweijährigem Rhythmus umgetopft. Normalerweise wählt man eine etwas grössere Schale, damit das Erdvolumen und das im Aufbau befindliche Astwerk übereinstimmt. Diese Regel sind nicht verbindlich, der Zustand des Baumes muss berücksichtigt werden. Macht er einen noch zu schwachen Eindruck, sollte noch gewartet werden. Umtopfen ergibt im ersten Jahr wenig neue Wurzeln, erst im zweiten Jahr kann der Bonsai wieder genügend neue Wurzeln bilden und wächst dementsprechend auch wieder. Pflanzt man jedes Jahr einen schwach entwickelten Bonsai um, so hat dieser überhaupt keine Zeit sich zu erholen. Wäre für den Bonsai nicht gut.

Ältere Bonsais, Solitärs von über 10 Jahren, werden alle drei, fünf bis sechs Jahre, je nach Wachstum, umgetopft. Wenn die alte Schale die richtige Grösse, Farbe und Form hat, kann wieder in der selben Schale eingetopft werden, sonst ist es die Gelegenheit eine geeignetere oder schönere Schale zu nehmen. (bonsaipflege.ch hat immer eine schöne Auswahl an Schalen am Lager)

Erdmischungen

Jeder hat seine eigenen Rezepte, welche Bonsaierde am Besten für seinen Bonsai sein sollte.

Pflanzen benötigen zum Leben Wasser und Nährstoffe, die durch die Wurzeln aufgenommen werden. Neben ihrer Funktion, der Pflanze Halt zu geben, hat die Erde die wichtige Aufgabe, Wasser und Nährstoffen speichern zu können und sie so dem Bonsai zur Verfügung zu stellen.

Eine Universalmischung, die man selbst herstellen kann und die mehr oder weniger für alle Bonsais geeignet ist, besteht aus 1 Teil Landerde, 1 Teil Torfersatz und 1 Teil Mineralsubstrat oder Bimskies (2-5 mm). Solche Mischungen können je nach Pflanze mit mehr Minralsubstrat/Bimskies oder Humus verändert und so dem Bedarf angepasst werden.

Nadelgehölze brauchen Kiryuerde, Bimskies und harte Akadamaerde, 30% - 20% - 50% Körnung 2-5mm.

Junge Laubbäume dagegen benötigen, damit sie schneller wachsen, einen leichten Boden und bekommen dementsprechend mehr Bonsaierde BP.

Grössere Laub-Solitärs, wie Ahorn-Arten, die eigentlich nicht mehr gross wachsen sollten, erhalten harter Akadamaerde, Kanuma und Bimskies in gleichen Teilen.

Laub-Solitär, wie Hainbuchen, Rotbuchen, etc. bekommen eine Mischung aus harter Akadamaerde und Bimskies.

Die ganz Kleinen unter den Grossen heissen Mame und Shohin. Diese brauchen eine Mischung aus harter Akadamaerde, Kiryu und etwas Bimskies. Körnung maximal bis 2mm. Beim Sieben sollte der Staubanteil entfernt werden.

Viele Bonsai werden in s.g. moderne Substrate eingetopft. Die Bonsai werden komplett von allen organischen Materialien befreit und in pure Substrate wie Lava, Zeolith oder Bims gepflanzt. Sie haben praktisch kein Risiko was Wurzelbräune oder übermässiges Giessen anbelangt. siehe auch: Wasserhaushalt.  

Zimmerbonsai gedeihen gut in einer Mischung von 3 Teilen Akadamaerde, 5 Teilen BP-Bonsaierde und 2 Teilen Bimskies (Korngrösse 2-4 mm)

Wenn Sie nicht selber experimentieren wollen, kaufen Sie sich fertige Bonsaierde. Diese können Sie wie die eigenen Mischungen problemlos an den Bonsai anpassen. (Im Shop erhältlich)

Akadama ist eine Lehm-Erde aus Japan, die nicht verklumpt oder sich verdichtet. Sie ist durchlässig und sorgt dafür, dass die Wurzeln mit Luft und Wasser versorgt werden. (Im Shop erhältlich)

Kiryuerde Spezielles Granulat (Vitaminerde) aus Japan, für Kiefern (Pinus), Wacholder (Juniperus) (bis 30%). (Im Shop erhältlich)

Kanumaerde ist ein Substrat aus Japan, das sich ausgezeichenet für kalkfliehende Bonsais wie Azalee, Rhododendron und Ahorn eignet. (Im Shop erhältlich)

Humus ist Landerde, Maulwurfshaufen liefern sehr gute und meist unkrautfreie Erde.

Chabasai ist ein natürliches Zeolith (Chabasite) aus vulkanischer Asche, die in Stein umgewandelt worden ist.
Chabasai hat hervorragende Eigenschaften wie Wasserdurchlässigkeit, eine sehr gute Speicherfähigkeit, ist lange haltbar und senkt den PH-Wert, wodurch sie hervorragend als Bonsaierde geeignet ist.
Chabasai kann unvermischt oder zusammen mit anderen Substraten verwendet werden.

Perlit, für Drainageschicht und zur Auflockerung verdichteter Erdsubstrate.

Moderne Substrate, diese sollten folgende Eigenschaften haben: Partikelgrösse etwa 4mm, keine Staubpartikeln oder organisches Material enthalten, sollte Wasser aufnehmen, speichern und abgeben können. Formstabil bleiben, leicht sein und nicht allzu auffallend aussehen. Wenn diese Materialen auch noch kostengünstig sind wärn das ideal. 

In Frage kommt: Lava, Mineralsubstrat, Bimskies, Zeolith, Kokosfasern, Rindenstücke, Perlit und gebackener Lehm. 

 

Arbeitsweise

Bonsai vorsichtig aus der Schale nehmen.

Mit einer Wurzelkralle und Essstäbchen wird der Wurzelballen vorsichtig von aussen nach innen gelockert.

Sie dürfen bei gesunden Bonsais bis zu ein Drittel oder maximal die Hälfte der herabhängenden Wurzelmasse abschneiden. Beim Schneiden der Wurzeln wird eine scharfe Universal-Schere verwendet; wenn der Schnitt nicht sauber gemacht wird, können sich keine neuen oder nur schlecht entwickelte Wurzeln bilden.

Der Wurzelschnitt muss gut geplant werden. Als erstes werden z.B. die tief liegenden Wurzeln geschnitten, damit der Baum in eine flache Schale platziert werden kann und das obere Wurzelwerk angeregt wird sich kräftig zu entwickeln. Beim nächsten Umpflanzen können Sie die schlecht platzierten oberen Wurzeln entfernen oder einkürzen, so kann sich mit der Zeit ein kräftiges Wurzelgebilde (Nebari) bilden. Bei jedem Umpflanzen werden aber immer die seitlichen Wurzeln zurück geschnitten.

Der Wurzelhals sollte man nicht vergessen freizulegen. Am besten nehmen wir Essstäbchen dazu. Die dickeren Wurzeln sollten an der Erdoberfläche sichtbar sein.

Schalen

Ich persönlich finde, dass die Schale genau so wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger ist als der Baum, der darin stehen soll. Passt die Schale nicht zum Baum, ist es wie ein Bild mit dem falschen Bilderrahmen. Was die Farbe und das Aussehen der Schale anbelangt, ist das dem Geschmack des Bonsaibesitzers überlassen. Die Grösse der Schale hat einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Baumes. Ist die Schale zu gross, kann der Bonsai viele Wurzeln bilden und lässt sich durch den Schnitt fast nicht mehr im Zaun halten. Bewährt hat sich in der Regel die Schale etwas kleiner zu wählen als ästhetisch notwendig wäre. Ist die Schale jedoch zu klein, so benötigt der Bonsai viel Wasser, zeigt bald Mangelerscheinungen (Stickstoff und Eisen) und stellt das Wachstum mehr oder weniger ein.

Eintopfen

Gebrauchte Bonsaischalen sollten von Kalkablagerung und Schmutz befreit werden. Die Wasserabzuglöcher im Schalenboden werden mit Bonsaiabdeckgitter bedeckt und mit Drahtschlaufe fixiert. Somit bleibt die Erde in der Schale. Durch die zwei Abzuglöcher werden ein bis drei dünne Bonsai-Aluminiumdrähte in die Schale eingeführt. Mit diesen Drähten wird der Bonsai später in der Schale verankert.

Auf dem Schalenboden kommt jetzt eine Drainageschicht. Hierzu nehmen wir Mineralsubstrat, Kies oder grobe Akadama-Erde (10mm). Bei kleineren Schalen etwa 1 cm und bei grossen bis 3 cm auffüllen.

Um den Bonsai richtig platzieren zu können wird ein kleiner Hügel aus Bonsaierde, genau dort wo der Baum zu stehen kommt, eingestreut. Mit leicht drehenden Bewegungen drückt man den Baum auf den Hügel, sein Wurzelhals soll leicht über den Schalenrand ragen. Bei ovalen oder eckigen Schalen wird der Baum aus der Mitte in die rechte oder linke Schalenhälfte platziert.

Die trockene Pflanzerde wird eingefüllt und mit Essstäbchen durch stochernde Bewegungen zwischen die Wurzeln gearbeitet. Alle Hohlräume müssen aufgefüllt werden. Als Deckschicht kann eine dünne Schicht gesiebter, krümeliger Akadama-Erde verwendet werden.

Jetzt kann der Baum von allen Seiten angeschaut werden, ob er die richtige Stellung erhalten hat und mit den Verankerungsdrähten kreuzweise über den Wurzelballen fixiert werden.

Zum Abschluss den Bonsai vorsichtig bis am Schalenrand in ein Wasserbad stellen. Gut voll saugen lassen. Später vorsichtig mit der Bonsai-Giesskanne und einer feinen Brause giessen bis sich eine Moosschicht gebildet hat.

Moos

Nach etwa einem Jahr bildet sich von selber eine feine Moosschicht. In etwa zwei bis drei Jahren ist diese geschlossen und damit zugewachsen. Wenn nicht so lange gewartet werden kann, gibt es die Möglichkeit, Moos, das zuvor auf Erde gewachsen ist, auf die Erdoberfläche auf zu legen oder flaches Moos zu sammeln und anschliessend zu trocknen. Durch einen Sieb reiben und mit etwas Akadamaerde vermischen. Nachher auf die Bonsaierde verteilen, vorsichtig feucht halten und in kurzer Zeit hat man eine schöne Moosbildung.

Pflege

Für etwa vier Wochen darf der Bonsai nicht an der prallen Sonne stehen. Dünger bekommt er in dieser Zeit auch nicht. Erst wenn der Baum wieder austreibt, kann er an seinen gewohnten Platz zurück gebracht und gedüngt werden. Bei Zimmerbonsai ist ein regelmässiges Uebersprühen von Vorteil und entlastet bei übermässiger Verdünstung.

 

TIPP

Wenn das Wurzelwerk geschnitten sprich eingekürzt wird, sollte auch im oberen Bereich die Blattmasse und das Astwerk reduziert werden. Somit entsteht wieder ein Gleichgewicht zwischen Wurzelwerk und Blattmasse.

Pflege