Kiefern

Kiefern - Pinus

Die Föhre, Bergföhre, die Kiefer oder Bergkiefer ist in Europa weit verbreitet. Ausserdem gibst es noch sehr viele andere Föhrearten wie, Schwarzkiefer, Legföhre und viele kleine und kurznadelige Spielarten in zum Teil exotischen Farben wie blaugrün oder leuchtend gelb. Die vielen Zwergformen mit kleineren Nadeln sind sehr gut für Bonsai geeignet.

Kiefern zu gestalten erfordert etwas mehr Geschick und Erfahrung als dies bei Laubgehölzen der Fall ist.  

 

Standort: Kiefern sind sehr lichthungrige Gehölze und wünschen auch im Winter einen hellen Standort. Da Föhren dazu neigen bei Lichtmangel Nadeln abzustossen oder sogar Astpartien absterben können, müssen sie unbedingt erhöht aufgestellt werden, damit die unteren Astpartien genügend Licht von unten bekommen. Stellen Sie Ihren Bonsai in genügendem Abstand von Gebäuden, Mauern und Bäumen auf, damit er ausreichend Licht bekommt.

Gestaltung/Stilarten: Durch Drahten, Abspannen und Zurückschneiden sind alle Stilformen möglich. Bizarre Formen wirken immer am schönsten. 

Giessen: Mässig, aber regelmässig. Während des Sommers die Erde gleichmässig feucht halten, vermeiden Sie aber Staunässe. Kiefern ertragen kurze Trockenperioden sehr gut. Während des Streckens der Nadeln wird weniger gegossen, so bleiben die Nadeln kürzer. Im Winter und im Frühjahr mässig feucht halten.

Düngen: Während des Austriebs nicht düngen. Um den Austrieb am alten Holz anzuregen und die nötige Nadeldichte zu erreichen, ist es wichtig alle 14 Tage mit einem guten Bonsai-Flüssigdünger wie Biogold-Vital von Ende des Austriebs im Frühjahr bis Ende August zu düngen. Sehr praktisch ist auch Biogold-Original, Düngerbrocken zum Auflegen: diese wirken ca. 3 Monate.

Schnitt: Im Winter tritt am wenigsten Harz aus der Schnittstelle und diese verwächst schneller als im Sommer. 

Um die Nadeln (zweinadelig) kurz zu halten im Juli-August alle zu lang ausgewachsenen Triebe ganz oder bis auf ein ca. 1cm langes Reststück zurückschneiden. An dem Reststück bilden sich bald kleine Knospen, die meist erst im darauf folgenden Jahr mit kürzeren Nadeln austreiben. Gleichzeitig werden die alten zweijährigen Nadeln weggezupft. Auch dies bewirkt lichteinfall und Knospenbildung.

Von September bis November werden die Knospen mit einer Pinzette ausgeknipst. Gut platzierte und für die künftige Verzweigung interessante Knospen bleiben dagegen stehen. Sie bilden das dichte Wachstum der einzelnen Äste im kommenden Jahr.

Im März/April überprüfen wir die Pflanze und unerwünschte Knospen werden ausgezupft.

Im Mai, wenn sich die versteckten Knospen zu Kerzen und Jungtrieben entwickeln, müssen sie auf das passende Mass gezupft oder geschnitten werden. Meistens wird bis 2/3 abgeschnitten, bei Pinus sylvestris dagegen werden die überlangen Triebe total weggenommen.

Zupfen - zweinadeliger Kiefern

Zusätzlich werden ab Mitte Oktober die Nadeln des Vorjahres (alte Nadeln) mit einer Pinzette entfernt. Die Nadeln, die sich seit dem Frühjahr gebildet haben, werden bei kräftigen Trieben auf 4 bis 5 Nadelpaare und bei schwachen Ästen, meistens im unteren Bereich, auf 7-8 Nadelpaare ausgelichtet. Der dadurch entstandene stärkere Lichteinfall regt schlafende Augen zum Austrieb an, was die Astpolster dichter werden lässt.

Drahten: Dient dazu der Kiefer optimale Wachstumsbedingungen zu geben. Durch fächerförmige Anordnung der Zweigen kann Licht und Luft in die innersten Bereichen kommen und neue Knospen werden sich bilden können. Eigentlich kann das ganze Jahr über gedrahtet werden. In der Ruheperiode, Herbst/Winter, ist es aber besser zu drahten, denn da sind die Zweige problemlos zu biegen, ohne dass viel Harz aus den eventuellen Bruchstellen läuft und die Pflanze in ihrem Wachstum gehindert wird. Achten Sie darauf, dass der Draht nicht einwächst. Bei Pinus mugo (Bergkiefer) sieht dies nicht schön aus. In der Regel wird nur mit Aluminiumdraht gedrahtet. Dieser lässt sich wieder leicht entfernen.

Siehe auch: Drahten

Umtopfen: Alle zwei bis drei Jahre von Februar bis Anfang Mai und September bis Ende Oktober mit einem Wurzelschnitt. Bis zur Hälfte kann ein Wurzelschnitt vorgenommen werden. Kiefern lieben eine nicht zu nährstoffreiche Erde. Akadamaerde, Kiryuerde und Mineralsubstrat (50% - 30% - 20%) vermischt ergibt eine gute Mischung. Etwas Pilzmycel vom alten Ballen beigeben.

Wachstumsstörungen: Durch Staunässe oder Pilzkrankheiten im Wurzelbereich können ganze Äste verdorren. Beim Umtopfen immer ein Teil des Myzels (weisses Pilzgeflecht) wieder mit eintopfen.

Kieferntriebsterben, Nadeln werden von der Basis aus braun, auf der Rinde kleine schwarze Sporenlager.

Kiefernschütte - April bis Mai - Nadeln erst braunfleckig, später schmale Querstreifen aufweisend. Abwerfen der Kurztriebe.


Pflanzenschutz: Gelbe Nadeln an dreijährigen Ästen sind normal. Diese werden von den Kiefern abgestossen. Werden aber die letztjährigen Nadeln gelb, so ist wahrscheinlich die Pilzkrankheit Föhrenschütte dafür verantwortlich. Normalerweise hätten diese Nadeln sowieso entfernt werden müssen. Wenn nicht erwünscht mit Aerofleur-Antipilz spritzen (Fungizid) (Im Shop erhältlich)

Wollläuse - Schildläuse

Überwinterung: Kiefern sind vollkommen winterhart, nach dem Frost Wasserhaushalt kontrollieren. Bei zu lange anhaltenden Frostperioden kann der Wurzelballen austrocknen. Auch durch zuviel Regen (Staunässe) kann der Bonsai Schade nehmen. In Kellerräumen oder anderen halbdunklen, warmen Räumen dürfen Kiefern auf keinen Fall überwintert werden.

 

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